Convenience Produkte - teuer, ungesund aber zeitsparend?

Convenience heißt so viel wie gemütlich oder bequem. Convenience Produkte nehmen uns eine oder mehrere Vorbereitungsstufen ab und sollen damit unseren Alltag praktischer gestalten und Zeit ersparen.
Vorbereitete Lebensmittel liegen voll im Trend. Verschiedene Marktforschungsergebnisse zeigen, dass vor allem Singles und Senioren von den kleinen Verpackungsgrößen und bequem aufbereiteten Produkten profitieren. Bereits 80-90% aller Supermarktartikel zählen dazu.

Unterscheiden lassen sich die vorbereiteten Lebensmittel einerseits nach der Art der Haltbarmachung oder nach den 5 Fertigungsstufen.
Zur Stufe 1 gehören küchenfertige Lebensmittel wie geputztes Gemüse oder zerlegtes Fleisch. Sie müssen vor dem Garen noch weiter vorbereitet, z.B. gewürzt, werden.
Zur Stufe 2 zählen garfertige Lebensmittel wie etwa Teigwaren, gewürztes oder paniertes Fleisch, alle Vorbereitungsschritte bis auf das Garen wurden vom Hersteller übernommen.
Zur Stufe 3 gehören Instantsuppen, Puddingpulver oder Fix-Soßenpackerl. Diese Produkte sind fertig aufbereitet und portioniert, müssen aber noch mit weiteren Zutaten vermischt und gekocht werden.
Zur Stufe 4 gehören regenerierfertige Convenience-Speisen wie gekühlte Fertiggerichte oder einzelne Menükomponenten.
Die 5. Stufe beinhaltet verzehrsfertige bzw. tischfertige Produkte wie fertige Salate, Joghurtzubereitungen oder auch gefüllte Weckerl. Da heißt es nur mehr Verpackung aufmachen und Reinbeißen.

Die Vorteile der Zeitersparnis und Praktikabilität liegen bei den meisten Produkten klar auf der Hand. Gerade für Einpersonenhaushalte sind auch die kleinen Portionsgrößen von Vorteil. Dafür fällt deutlich mehr Verpackungsmüll an und die bequemen Lebensmittel können auch das Geldbörsel stärker belasten. Manchmal täuschen die Hersteller auch einen größeren Nutzen vor als tatsächlich gegeben ist. Ein Fix-Pulver für eine Mahlzeit soll uns das Würzen oder zubereiten erleichtern. Doch oft kommt dadurch nur ein sehr eintöniges Gericht zustande, das mit frischen Zutaten und Gewürzen mindestens genauso schnell zubereitet, geschmacklich besser und oft auch billiger gewesen wäre.

Fertiggerichte haben bekanntlich auch ein schlechtes Gesundheitsimage. Ob nun Convenience gleich ungesund bedeutet, lässt sich pauschal jedoch nicht beantworten.
Die Spanne reicht von vitaminreichen Tiefkühlgemüse über geschnittenen Obstteller zu Packerlsuppe, Pommes und Fixpulver für Spaghetti. Diese Lebensmittel haben ganz unterschiedliche Nährwertzusammensetzungen. Viel wichtiger ist es daher auf die Inhaltsstoffe und Verarbeitungsschritte zu achten. Hilfestellung kann ein genauerer Blick auf die Nährwertangaben und Zutatenliste bieten. Hat die Speise am Teller noch viele hochwertige Komponenten und reichlich Gemüse oder lassen die Verpackungsangaben erahnen, dass sich in diesem Gericht viele Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker, Fette oder Zucker verbergen?

Convenience ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken.
Doch viel mehr Spaß macht es doch das Fertiggericht im Schrank zu lassen und stattdessen wieder mal das Küchenmesser zu zücken. Wir wünschen euch viel Freude beim Kochen! ☺

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Marlene Schütz

Aus zahlreichen (anfangs noch fehlgeschlagenen) Versuchen Omas Lebkuchen nachzubacken, hat sich mittlerweile eine große Leidenschaft fürs Kochen und Backen entwickelt. Am meisten freue ich mich neue Sachen auszuprobieren. „Darf ich kosten?“ zählt wohl zu meinen meistbenützen Sätzen. Mit dem Diätologie-Studium konnte ich mein Interesse für Lebensmittel und deren Auswirkungen auf den Körper zum Beruf machen und bin seit Jahren sowohl im Spital als auch freiberuflich tätig.