Fisch - gesund, aber auch ökologisch?

Er ist reich an Eiweiß, Vitamin B12, Vitamin D, Jod, Selen und wertvollen Omega 3-Fettsäuren. Dadurch sichert er sich seinen Platz unter den empfehlenswerten Lebensmitteln. Sogar 1-2 Portionen pro Woche empfehlen diverse Ernährungsgesellschaften, weit mehr als der Durchschnitts-Österreicher verzehrt.

Doch könnten unsere Meere und Gewässer überhaupt noch die empfohlenen Mengen liefern?
Bereits 85% der weltweiten Fischbestände sind überfischt oder bis an ihre Grenzen ausgebeutet. Je nach Fangmethode, Form der Aquakultur und Fanggebiet werden unsere Meere dabei mehr oder weniger belastet. Gütesiegel wie MSC, ASC oder Biogütesiegel geben erste Orientierungshilfen, welche Fische noch nicht durch Überfischung stark gefährdet sind.
Greenpeace geht mit seinem Fischratgeber noch einen Schritt weiter und bewertet flächendeckend die einzelnen Fischereien und Aquakulturen. Werden nachhaltige Zuchtpraktiken eingesetzt? Woher kommen Futtermittel, Eier oder Jungtiere für die Zuchtfischereien? Welche Methoden werden beim Wildfang eingesetzt und wie hoch sind deren Beifang-Quoten? In welchen Fanggebieten wird gefischt und wie hoch ist die Fischpopulation in diesen Gebieten? Auf der Greenpeace-Homepage findet ihr den ausführlichen Fischratgeber als Download, oder ihr ladet euch die App runter und könnt jederzeit unterwegs überprüfen, welche Fischprodukte ohne schlechtes Gewissen in eurem Einkaufskorb landen dürfen.

Wer generell auf Fisch verzichten möchte, kann sich die wertvollen Inhaltstoffe natürlich auch über andere Lebensmittel zuführen. Omega 3-Fettsäuren, die sich positiv auf unsere Blutfettwerte und Herzkreislauferkrankungen auswirken, sind z.B. auch in Walnüssen, Raps- und Leinöl enthalten. Jod, ein wichtiger Mineralstoff für die Schilddrüse, nehmen wir auch über jodiertes Salz auf. Vitamin D ist auch in Milchprodukten, Eigelb oder Champignons zu finden und zusätzlich kann unser Körper dieses Vitamin, das unter anderem für unseren Knochenstoffwechsel eine wichtige Rolle spielt, bei Sonneneinstrahlung selber produzieren. Natürliche Vitamin B12-Quellen sind, neben Fisch, alle sonstigen Produkte tierischen Ursprungs. Sie liefern auch hochwertiges Eiweiß, unser wichtigster Zellbaustoff, und Selen, ein wertvolles Spurenelement für unser Immunsystem. Wer lieber pflanzliche Quellen bevorzugt, kann seinen Eiweiß- und Selenbedarf auch über Getreide und Hülsenfrüchte decken. Nur Vitamin B12 muss bei ausschließlich pflanzlicher Kost durch Nahrungsergänzungsmittel oder angereicherte Produkte zugeführt werden.

Ob ihr euch den Fisch schmecken lasst oder lieber auf ihn verzichtet sei euch überlassen. In beiden Fällen ist es jedenfalls mit ein bisschen Sorgfalt möglich, sich gesund und ökologisch zu ernähren ☺

Marlene Schütz, Diätologin & what's the menu

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Marlene Schütz

Aus zahlreichen (anfangs noch fehlgeschlagenen) Versuchen Omas Lebkuchen nachzubacken, hat sich mittlerweile eine große Leidenschaft fürs Kochen und Backen entwickelt. Am meisten freue ich mich neue Sachen auszuprobieren. „Darf ich kosten?“ zählt wohl zu meinen meistbenützen Sätzen. Mit dem Diätologie-Studium konnte ich mein Interesse für Lebensmittel und deren Auswirkungen auf den Körper zum Beruf machen und bin seit Jahren sowohl im Spital als auch freiberuflich tätig.