Wie kommen Referenzwerte für Nährstoffzufuhr zustande und wofür brauchen wir sie eigentlich?

Referenzwerte geben uns Werte vor, mit denen wir Mangelerscheinungen, aber auch schädliche Überversorgung, vermeiden können. Sie müssen jedoch nicht immer 100%ig erfüllt werden, sondern sollten eher als Anhaltspunkte oder Orientierungshilfe gesehen werden. Einerseits ist jeder Körper anders und braucht in den unterschiedlichsten Lebenslagen mal mehr, mal weniger von einzelnen Nährstoffen. Andererseits ist z.B. in den Empfehlungen schon ein Sicherheitszuschlag miteinberechnet, um auch genau diese Lebensphasen mit höheren Bedarf abzudecken.

Ein kleines Beispiel zum Veranschaulichen: Erreichst du den Wert von 95 mg (Frauen) bzw. 105 mg (Männer) an Vitamin C pro Tag ist ein Vitamin C-Mangel auszuschließen. Vor Skorbut (früher auch Seefahrerkrankheit genannt „Arrrr!“), brauchst du dich dann also definitiv nicht fürchten ;)

Für Vitamin C, sowie für viele andere Vitamine, Mineralstoffe und auch Eiweiß gelten Empfehlungen. Durch Studien wurde der durchschnittliche Bedarf dieser Nährstoffe ermittelt. Dem wird noch ein Sicherheitszuschlag von 20-30% hinzugefügt um zu garantieren, dass mit dieser Empfehlung der Bedarf nahezu aller gesunden Individuen gedeckt ist.

Manchmal gibt es aber auch nur Schätzwerte, z.B. für Omega-3-Fettsäuren oder Vitamin K und E. Diese Schätzwerte geben Hinweise auf eine angemessene und unbedenkliche Zufuhr. Umfassende wissenschaftliche Bedarfsstudien fehlen aber noch, weshalb diese Werte vom alltäglichen Verzehr abgeleitet wurden.

Last but not Least gibt es da noch Richtwerte, z.B. Mindestzufuhrempfehlungen für Wasser und Ballaststoffe oder Höchstzufuhrempfehlungen für Fett, Alkohol und Salz. Hierbei handelt es sich eher um Orientierungshilfen für den wünschenswerten Bereich.

Übrigens auch für die Energiezufuhr gibt es nur Richtwerte, da dieser sehr stark variiert, je nach Lebensstil, Aktivität, Größe, Alter und Gewicht. Deshalb brauchen wir auch ein paar persönliche Angaben von euch, bevor die App einen Speiseplan ausspuckt ;)

Noch mehr Infos zu Referenzwerten bekommst du unter www.dge.de

Marlene Schütz, Diätologin & what‘s the menu

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Marlene Schütz

Aus zahlreichen (anfangs noch fehlgeschlagenen) Versuchen Omas Lebkuchen nachzubacken, hat sich mittlerweile eine große Leidenschaft fürs Kochen und Backen entwickelt. Am meisten freue ich mich neue Sachen auszuprobieren. „Darf ich kosten?“ zählt wohl zu meinen meistbenützen Sätzen. Mit dem Diätologie-Studium konnte ich mein Interesse für Lebensmittel und deren Auswirkungen auf den Körper zum Beruf machen und bin seit Jahren sowohl im Spital als auch freiberuflich tätig.