Superfood - Was steckt wirklich dahinter?

Superfood ist in erster Linie ein Marketingbegriff für Lebensmittel mit angeblichen Gesundheitsvorteilen. Doch auch wenn wissenschaftliche Studien positive gesundheitliche Wirkungen bescheinigen, können diese Resultate nicht bedingungslos auf die tägliche Ernährung übertragen werden. Oft werden nur die Auswirkungen sehr großer Mengen isoliert angeschaut. Es besteht somit keine Garantie, dass diese Bestandteile beim Menschen im Rahmen einer normalen Mischkost dieselben Wirkungen erzielen.
Das heißt jetzt natürlich auch nicht, dass Superfood ein Superblödsinn ist, aber ein Lebensmittel allein kann niemals eine abwechslungsreiche Ernährung ersetzten.

Superfood hat oft lange Transportwege hinter sich und dadurch einen schlechten ökologischen Fußabdruck. Es wird häufig sehr teuer angeboten und der Geschmack lässt vielfach auch eher zu wünschen übrig. Es gibt allerdings auch günstige, geschmackvolle heimische Alternativen. Vielleicht sind dies sogar Lebensmittel die du regelmäßig isst, ohne zu wissen was alles in ihnen steckt ;)

Ein paar dieser heimischen Superfoods wollen wir dir hier vorstellen:

Leinsamen haben eine ähnliche Nährstoffzusammensetzung wie Chiasamen. Sie liefern hochwertige Omega 3 Fettsäuren, die gut für Herz, Blutgefäße und Gehirnzellen sind und wirken durch ihren hohen Ballaststoffgehalt verdauungsfördernd.

Brokkoli wartet mit einem ganzen Arsenal an krebsvorbeugenden Substanzen auf. Neben Polyphenolen und Selen enthält es auch Sulforaphan, ein Stoff aus der Familie der Senföle. Er schützt unseren Magen vor dem Bakterium Helicobaktor pylori, dass Magengeschwüre und Tumore auslösen kann.

Heidelbeeren enthalten hohe Konzentrationen an Anthocyanen. Dieses Antioxidant wirkt entzündungshemmend und schützt unsere Zellen vor freien Radikalen. Zusätzlich enthalten Heidelbeeren Gerbstoffe, die Durchfallerkrankungen entgegen wirken können.

Walnüsse können mit ihrem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen minimieren. Das reichlich vorkommende Polyphenol Ellagsäure schützt unsere Zellen. Und weitere organische Verbindungen der Walnuss sorgen für gut funktionierende Neuronen.

Rote Rüben bergen eine Fülle positiver Substanzen. So kann ihr hoher Gehalt an Betalainen, ein roter Pflanzenfarbstoff, entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken. Zudem ist die Knolle reich an Folsäure, die essentiell für die Bildung unserer Körperzellen und DNS ist.

Superfood kann eine gute Ergänzung für unserer Ernährung darstellen. Es müssen jedoch nicht immer die Exoten aus fernen Ländern sein. Auch unter unseren heimischen Pflanzen stecken - wie du nun weißt - einige Superfoods. Die hochgepriesenen „Superkräfte“ sollten dabei jedoch kritisch betrachtet werden.

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Marlene Schütz

Aus zahlreichen (anfangs noch fehlgeschlagenen) Versuchen Omas Lebkuchen nachzubacken, hat sich mittlerweile eine große Leidenschaft fürs Kochen und Backen entwickelt. Am meisten freue ich mich neue Sachen auszuprobieren. „Darf ich kosten?“ zählt wohl zu meinen meistbenützen Sätzen. Mit dem Diätologie-Studium konnte ich mein Interesse für Lebensmittel und deren Auswirkungen auf den Körper zum Beruf machen und bin seit Jahren sowohl im Spital als auch freiberuflich tätig.