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Unser Faktencheck zu den beliebtesten Ernährungstrends und Diäten

Bauch mit Maßband

Bei den erschreckenden Schlagzeilen über steigende Übergewichtsraten, krebserregenden Zusatzstoffe, bösen Zucker und Unverträglichkeiten ist es kein Wunder, wenn die Verunsicherung gegenüber unseren Lebensmitteln steigt. Was dürfen wir noch essen? Was ist noch gesund? Wie kann man ein gesundes Körpergewicht erreichen und halten? Genau diese Fragen greifen neue Ernährungstrends auf. Können diese Trends und Diäten gegenüber der klassischen gesunden Ernährung punkten?

Nulldiät
definitiv die extremste Form der Diät

Was darf gegessen werden?
Nichts! Lediglich kalorienfreie Getränke sind erlaubt.

Was verspricht sie?
Schnelle und starke Gewichtsreduktion.

Was kann sie wirklich?
Tatsächlich lässt sich durch diese Diät rasch Gewicht verlieren, allerdings anfangs hauptsächlich Wasser. Nach mehreren Tagen wird Fett, aber auch viel Muskelmasse abgebaut.

Fazit:
Vorteile: Es gibt keine Vorteile gegenüber der gesunden Ernährung.
Nachteile: Es kommt sehr schnell zu Verlust von Muskelmasse, Schwäche und Mangelerscheinungen. Sie ist weder kurzfristig noch langfristig ratsam.

Kohlsuppendiät
Sie zählt zu den einseitigen Monodiäten

Was darf gegessen werden?
Hauptsächlich Kohlsuppe in jeglicher Variation und so viel man mag. Zusätzlich darf etwas Obst, Gemüse und Geflügel oder Joghurt gegessen werden.

Was verspricht sie?
Steigerung der Fettverbrennung durch Negativkalorien des Kohls und kein Hungergefühl durch hohe Ballaststoffmengen.

Was kann sie wirklich?
Negativkalorien gibt es nicht. Durch die geringe Kalorienaufnahme greift der Körper tatsächlich auf die unbeliebten Fettpölsterchen zurück.

Fazit:
Vorteile: Es gibt klare Vorgaben was gegessen werden darf und die Suppen lassen sich leicht für mehrere Tage vorbereiten. Für Gesunde ist diese Diät kurzfristig unbedenklich.
Nachteile: Langfristig kann es auch hierbei zu Mangelzuständen kommen, meist tritt aber vorher schon eine starke Abneigung gegen Kohl auf und die Gefahr von Heißhungerattacken steigt an. Die sehr hohen Ballaststoffmengen können vor allem zu Beginn auch Bauchschmerzen und Blähungen auslösen.

Paleo – Steinzeitdiät
Sie basiert darauf, dass in der Steinzeit Jäger und Sammler hauptsächlich Eiweiß und eher wenig Fett und kaum Kohlenhydrate zu sich nahmen. Sie lässt sich unter die Low Carb Ernährungsformen einordnen.

Was darf gegessen werden?
Viel mageres (gejagtes) Fleisch und Fisch und (gesammeltes) Obst und Gemüse. Alle Produkte die aus Ackerbau und Viehzucht stammen, z.B. Getreide, Kartoffel, Hülsenfrüchte und Milchprodukte, sind nicht erlaubt.

Was verspricht sie?
Die Theorie besagt, dass durch Vermeidung von Getreide, Zucker und verarbeiteten Lebensmittel vielen Zivilisationskrankheiten vorgebeugt werden kann.

Was kann sie wirklich?
Die Theorie einer einheitlichen Steinzeitdiät ist nicht wissenschaftlich fundiert, je nach Zeit und Ort gab es immer schon erhebliche Unterschiede bei der Lebensmittelauswahl.

Fazit: Vorteile: Es kommen reichlich Obst und Gemüse vor und hochwertige Eiweißquellen. Auch der Verzicht auf industriell verarbeitete Produkte und Zucker kann sich sehr positiv auf den Körper auswirken.
Nachteile: Die Theorie hinter dem Ernährungstrend ist nicht haltbar. Der komplette Verzicht auf Getreide, und Milchprodukte schränkt die Nahrungsvielfalt unnötig ein. Auf Dauer kann der sehr hohe Eiweißanteil in der Ernährung Nieren und Leber überlasten.

Ernährungsform: Glutenfrei, Weizenfrei, Laktosefrei, …
Was darf gegessen werden? Alles was kein Gluten, Weizen oder Laktose enthält. Bei Brot, Gebäck, Teigwaren und Milchprodukten muss daher auf Spezialprodukte zurückgegriffen werden oder diese Produkte werden komplett weggelassen.

Was verspricht sie?
Vor allem Weizen und glutenhältigen Lebensmittel wird nachgesagt, dass sie für Übergewicht verantwortlich seien. Gluten verpickt den Darm und sorgt so für eine reduzierte Nährstoffaufnahme. Laktose ist für Verdauungsbeschwerden verantwortlich. Durch Weglassen dieser Bestandteile wird man gesünder und fitter.

Was kann sie wirklich?
Ohne ausgetestete Unverträglichkeit besteht kein Unterschied in der Verwertung von Laktose-, Weizen- und glutenhältigen Lebensmittel gegenüber den Spezialprodukten.

Fazit:
Vorteile: Für Personen die tatsächlich eine Unverträglichkeit gegen diese Nahrungsbestandteile haben ist es sehr hilfreich, dass es mittlerweile eine große Auswahl an Alternativen am Markt gibt.
Nachteile: Glutenfreie, weizenfreie oder laktosefreie Alternative werden oft teuer angeboten. Sie haben auch keine bessere Nährstoffzusammensetzung, im Gegenteil oft sind mehr Zusatzstoffe und weniger Ballaststoffe enthalten.

Selbstverständlich gibt es noch viele weitere Diäten und ständig kommen neue Theorien auf warum was gegessen oder eben nicht gegessen werden soll. Einige dieser Ernährungstrends haben positive Ansätze, allerdings halten längst nicht alle Konzepte einer wissenschaftlichen Überprüfung stand.
Die eine Diät, die alle unsere Probleme löst und uns Gesundheit, Schönheit und Jugendlichkeit verschafft, wurde bislang leider noch nicht entdeckt. Daher gilt für uns weiterhin die Gesunde Ernährung mit einer vielfältigen Lebensmittelauswahl, reichlich Obst und Gemüse und wenig Fleisch als empfehlenswert. Dabei muss der Genuss nicht zu kurz kommen, Naschereien, Knabberzeug und Alkohol in Maßen sind natürlich erlaubt ☺

Marlene Schütz
Marlene Schütz

Aus zahlreichen (anfangs noch fehlgeschlagenen) Versuchen Omas Lebkuchen nachzubacken, hat sich mittlerweile eine große Leidenschaft fürs Kochen und Backen entwickelt. Am meisten freue ich mich neue Sachen auszuprobieren. „Darf ich kosten?“ zählt wohl zu meinen meistbenützen Sätzen. Mit dem Diätologie-Studium konnte ich mein Interesse für Lebensmittel und deren Auswirkungen auf den Körper zum Beruf machen und bin seit Jahren sowohl im Spital als auch freiberuflich tätig.