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Frühlingszeit ist Bärlauchzeit

Von März bis Mai ist die ideale Zeit für Bärlauch-Sammler. Das schmackhafte Kraut aus der Familie der Lauchgewächse gedeiht österreichweit in nährstoffreichen Laub- und Mischwäldern. Es verfeinert Suppen, Soßen, Aufstriche, Salate und lässt sich auch wunderbar zu einem Pesto verarbeiten. Die enthaltenen Schwefelverbindungen sorgen für einen scharf-würzigen, knoblauchartigen Geschmack und zusätzlich liefert Bärlauch viel Vitamin C, Eisen und Kalium.

Leider kommt es in ganz Europa immer wieder zu Vergiftungsfällen. Die Blätter der giftigen Maiglöckchen und die der sehr giftigen Herbstzeitlosen sehen dem Bärlauch zum Verwechseln ähnlich. Schon drei bis vier Blätter der Herbstzeitlose können tödliche Folgen haben. Das Zellgift Colchicin führt zunächst zu Übelkeit, Erbrechen und blutigen Durchfällen. Je nach Dosis können auch Atemlähmung und Kreislaufversagen folgen. Lebensgefährliche Vergiftungen durch Maiglöckchen sind selten. Die enthaltenen Glykoside verursachen Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sowie einen erhöhten Puls.

Das eindeutigste Unterscheidungsmerkmal zwischen Bärlauch und seinen giftigen Doppelgängen ist das charakteristische Knoblaucharoma des Bärlauchs. Es wird beim Zerreiben des Blattes wahrnehmbar. Allerdings riechen auch die Finger innerhalb kurzer Zeit danach und die alleinige Geruchsprobe kann somit täuschen. Daher gilt immer auch die einzelnen Blätter genau betrachten!

Die lindgrünen Blätter des Bärlauchs sprießen erst einzeln, später auch zu zweit aus dem Boden. Die Blattstiele sind deutlich zu erkennen und die Blattunterseite ist matt.
Maiglöckchen haben eher blaugrüne Blätter, der Blattstiel ist unten immer von einer rötlichen Blattscheide umhüllt und die Blattunterseite ist glänzend. Zwei bis drei Blätter umfassen den Stängel.

Herbstzeitlose haben fleischige, stark glänzende, schmälere Blätter. Drei bis vier Blätter sind tulpenartig ineinander gewickelt und beim Ausrollen ist kein Blattstiel erkennbar. Bei Verdacht auf eine Vergiftung sollte umgehend die Vergiftungsinformationszentrale (VIZ) unter 01 406 43 43 und der Notarzt verständigt werden.

Mehr Infos und Anschauungsbeispiele zu den Doppelgängern findest du auf der Infoseite der AGES.

Neben der Verwechslungsgefahr können auch die Fuchsbandwurm-Eier lebensbedrohliche Erkrankungen auslösen. Sie sind mit dem bloßen Auge nicht erkennbar. Um einen Parasitenbefall zu verhindern, sollte der Bärlauch vor dem Verzehr gründlich mit heißem Wasser gewaschen werden. Wer auf Nummer sicher gehen will erhitzt die Blätter auf 80°C und tötet damit die Eier ab.

Aber nun genug der negativen Auswirkungen. Nach dem sorgsamen Sammeln (oder kaufen - Bärlauch gibt’s auch schon im Supermarkt ☺ ) und gründlichen Waschen steht dem gesunden Genuss nichts mehr im Wege, beispielsweise gleich mit diesem leckeren Rezept:

Bärlauchpesto

Zutaten:
270 g Bärlauch
40 g Pinienkerne
30 g Parmesan
270 ml Olivenöl
Salz
Pfeffer

Für das Bärlauchpesto zunächst den Bärlauch waschen, trocken schleudern oder schütteln und in grobe Stücke schneiden.
Den Parmesan reiben und die Pinienkerne fein hacken.
In einem großen Mörser oder mit einer Küchenmaschine Bärlauch, Pinienkerne und Parmesan gemeinsam zerstoßen.
Nach und nach das Öl einfließen lassen und so lange mörsern, bis eine schöne cremige Masse entsteht.
Das Bärlauchpesto mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Wir wünsche euch schöne Frühlingstage und einen guten Appetit!

Marlene Schütz
Marlene Schütz

Aus zahlreichen (anfangs noch fehlgeschlagenen) Versuchen Omas Lebkuchen nachzubacken, hat sich mittlerweile eine große Leidenschaft fürs Kochen und Backen entwickelt. Am meisten freue ich mich neue Sachen auszuprobieren. „Darf ich kosten?“ zählt wohl zu meinen meistbenützen Sätzen. Mit dem Diätologie-Studium konnte ich mein Interesse für Lebensmittel und deren Auswirkungen auf den Körper zum Beruf machen und bin seit Jahren sowohl im Spital als auch freiberuflich tätig.