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Fruchtsaft, Nektar, Limonaden und Co. – Wieviel Frucht steckt drin?

Trinkpyramide

Auf der Suche nach leckeren und gesunden Durstlöschern stolpert man über Fruchtsäfte, Nektar, Smoothies. Aber auch Wellness-Getränke oder sogenannte Fruchtsaftgetränke werden als fruchtig, frisch und nährstoffreich angepriesen. Die Fruchtabbildungen auf der Verpackung bedeuten jedoch nicht, dass auch wirklich viel Frucht drin steckt.
Rechtlich gesehen gibt es enorme Unterschiede beim tatsächlichen Fruchtanteil und Zuckergehalt dieser Getränke.

Der Fruchtsaft besteht zu 100% aus Früchten, wenn die Früchte allerdings witterungsbedingt einen natürlichen Mangel an Zucker haben, dürfen ihm bis zu 15g Zucker pro Liter zugesetzt werden. Der Hinweis „ohne Zuckerzusatz“ garantiert, dass dies nicht passiert ist.

Fruchtnektar hat einen deutlich niedrigeren Fruchtanteil. Dieser muss laut Fruchtsaft-Verordnung, abhängig von der Obstsorte, nur mehr 25-50% Frucht enthalten. Bis zu 20% Zucker darf zugesetzt werden.

Fruchtsaftgetränke müssen, je nach Obstsorte, nur mehr 6-30% Frucht enthalten. Für den Geschmack können zusätzlich Fruchtaromen, Genusssäuren und Zucker hinzugefügt werden. Beschränkung bei der Zuckermenge gibt es dabei nicht mehr.

Limonaden und Wellnessgetränke bestehen hauptsächlich aus Wasser, Aromen, Zucker und weiteren Zusatzstoffen. Der Fruchtgehalt und somit auch Vitamin- und Mineralstoffgehalt ist dementsprechend sehr gering.

Für Smoothies gibt es derzeit noch keine rechtlichen Regelungen. Sie sollten einen hohen Anteil an püriertem Obst oder Gemüse und Fruchtmark enthalten, wodurch ein höherer Ballaststoffgehalt, mehr sekundäre Pflanzenstoffe und Vitamine enthalten sind. Sie werden aber häufig noch mit Fruchtsaft, Konzentrat oder Zucker gestreckt.

Ein Glas Fruchtsaft oder Smoothie kann durchaus eine Portion Obst am Tag ersetzten. Bedenken sollte man jedoch, dass sie mit durchschnittlich rund 10g Zucker pro 100ml genauso viel Zucker wie Limonaden enthalten. Gegenüber einem Stück Obst hält das Sättigungsgefühl aber aufgrund des geringeren Ballaststoffgehaltes und des fehlenden Kauens deutlich kürzer an. Als Durstlöscher sind sie daher nur bedingt empfehlenswert.
Für fruchtige, erfrischende und zuckerarme Wasseralternativen kann man auf stark verdünnte Säfte, selbstgemachten Eistee und Soda mit Zitrone, Beeren oder Kräutern zurückgreifen.

Marlene Schütz, Diätologin & what's the menu

Marlene Schütz
Marlene Schütz

Aus zahlreichen (anfangs noch fehlgeschlagenen) Versuchen Omas Lebkuchen nachzubacken, hat sich mittlerweile eine große Leidenschaft fürs Kochen und Backen entwickelt. Am meisten freue ich mich neue Sachen auszuprobieren. „Darf ich kosten?“ zählt wohl zu meinen meistbenützen Sätzen. Mit dem Diätologie-Studium konnte ich mein Interesse für Lebensmittel und deren Auswirkungen auf den Körper zum Beruf machen und bin seit Jahren sowohl im Spital als auch freiberuflich tätig.