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Vegan – Vegetarisch – Allesesser? Gibt es die perfekte Ernährungsform für uns?

Der Trend zu tierfreier Ernährung boomt. Das lässt sich nicht nur durch statistische Zahlen belegen, sondern wird auch anhand der wachsenden Medienpräsenz, einschlägigen Kochbüchern, Lokalen und Supermärkten sichtbar. Betrachtet man die drei Ernährungsformen aus wissenschaftlicher Sicht, haben alle drei ihre Vor- und Nachteile.

Während Allesesser pflanzliche und tierische Nahrungsmittel ohne Einschränkungen verzehren, verzichten Vegetarier auf Fleisch, Fisch und Produkte, die das Töten eines Tieres erfordern. Veganer gehen noch einen Schritt weiter und lehnen jegliche vom Tier stammenden Produkte ab, also z.B. auch Milch, Eier, Honig. Biologisch gesehen ist die Mischkost mit Fleisch und Pflanzen die geeignetste Ernährungsform. Sie liefert uns die größte Vielfalt an Lebensmittel und ermöglicht es uns, alle lebensnotwendigen Nährstoffe in ausreichender Form über die Nahrung aufzunehmen.

Wo früher noch der Vegetarismus von Fachkräften abgelehnt wurde, ist jedoch mittlerweile durch Studien belegt, dass mit dieser Ernährungsform nicht nur alle Makro- und Mikronährstoffe ausreichend aufgenommen werden können, sondern Vegetarier meist sogar gesünder leben. Sie erkranken seltener an Krebs, Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen.

Mit dem Veganismus sieht die Sache noch ein bisschen anders aus. Auch hier spielen, wie für Vegetarier neben ethischen, ökologischen und religiösen Gründen oft auch Gesundheitsaspekte eine wichtige Rolle. Uneingeschränkt empfohlen wird Veganismus von Fachgesellschaften aber nicht. Neben Eiweiß, Omega-3-Fettsäuren, und Mikronährstoffe wie Kalzium, Eisen, Jod, Zink, Selen, Vitamin B2 und Vitamin D zählt vor allem Vitamin B12 als kritischer Nährstoff. Er kommt in pflanzlichen Lebensmittel so gut wie gar nicht vor und muss daher durch angereicherte Produkte oder Präparate ergänzt werden. Auswahl gibt es da mittlerweile genug. Von angereicherten Sojaprodukten, Getreideprodukten, bis hin zur Zahnpasta und natürlich Kapseln ist alles am Markt zu finden.

Im direkten Vergleich schneidet der Vegetarismus fast am besten ab, neben einer tendenziell höheren Obst- & Gemüsezufuhr ist auch der sonstige Lebensstil meist gesundheitsbewusster. Natürlich kann auch die Mischkost ideal gesund gestaltet werden. Sie bietet jedoch ein paar mehr fettreiche tierische Verlockungen. Die können einem, im Übermaß verzehrt, zum Verhängnis werden. Der vegane Ernährungsstil ist, gut geplant und ergänzt durch Supplementierung kritischer Nährstoffe, mittlerweile auch gut alltagstauglich. Lediglich in speziellen Lebensphasen mit erhöhtem Nährstoffbedarf wie Schwangerschaft, Stillzeit, Kinder- & Jugendalter sind die Fachgesellschaften noch skeptisch.

Unser Fazit: Leben und leben lassen ;) Jede Ernährungsform hat ihre Daseinsberechtigung.

Marlene Schütz, Diätologin & what's the menu

Falls ihr euch intensiver mit der tierfreien Ernährung auseinandersetzen wollt, plant Vegetarier/Veganer zu werden, oder es schon seid, kann euch das ganz aktuell publizierte Positionspapier zur Veganen Ernährung der DGE umfassende Infos und Tipps liefern.

Marlene Schütz
Marlene Schütz

Aus zahlreichen (anfangs noch fehlgeschlagenen) Versuchen Omas Lebkuchen nachzubacken, hat sich mittlerweile eine große Leidenschaft fürs Kochen und Backen entwickelt. Am meisten freue ich mich neue Sachen auszuprobieren. „Darf ich kosten?“ zählt wohl zu meinen meistbenützen Sätzen. Mit dem Diätologie-Studium konnte ich mein Interesse für Lebensmittel und deren Auswirkungen auf den Körper zum Beruf machen und bin seit Jahren sowohl im Spital als auch freiberuflich tätig.